Aus der Geschichte des Dorfes Ahausen

 

 

Ein Auszug aus einer Niederschrift von Ernst Stroh, Archivraum Heimatverein Ahausen e.V.


Dicht oberhalb Weilburg, eine Viertelstunde Wegstrecke entfernt, da wo die Berge des Taunus allmählich zum Lahntal abfallen, liegt das Dorf Ahausen.
Im Tal nimmt die Lahn ruhig ihren geregelten Lauf, begleitet von der Landstraße und dem Schienenstrang der Gießen-Koblenzer Bahn. Von der Eisenbahn aus sieht man das Dorf idyllisch am Abhang der Berge in einem Wald von Obstbäumen liegen, überragt von der uralten Friedhofslinde, unter der die Menschen des Dorfes zur letzten Ruhe gebettet waren. Im Lahntal breitet sich ein breiter Wiesensaum aus und etwa 20m über dem Spiegel des Flusses liegt das Dorf, das so vor Hochwasser und Lahnnebel geschützt ist. Ahausen ist seiner Anlage nach ein Haufendorf. Von seinem ältesten Teil, „dem alten Hof“, in einem kleinen Seitentälchen der Lahn hat es sich in den letzten zwei-jahrhunderten nach Norden und nach Süden ausgebreitet. Heute zählt Ahausen 550 Einwohner, 110 Familien und 91 Häuser (vermutlich um 1936). Mit seinen Nachbarortschaften Waldhausen, Odersbach und Kirschhofen gehört es von den Anfängen seines Bestehens an zum Amte Weilburg, mit dem es geschichtlich und wirtschaftlich verbunden ist. Eine bäuerliche Bevölkerung besiedelte einst das Dorf; durch die Teilung der Besitztümer im nassauschen Erbrecht, wurden die größeren Bauerngüter meist zerschlagen. Es entstanden im Laufe der Jahrhunderte viele Kleinbauern, die einem Nebenerwerb nachgingen. Durch die Eisenerzgruben und die Nähe der Stadt Weilburg schufen sich Arbeiter und Angestellte im Rahmen des Bauerndorfes ihr Heimwesen. Die Entstehung des Dorfes Ahausen ist in Dunkel gehüllt. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es auf ein ebenso hohes geschichtliches Alter wie die Stadt Weilburg zurückblicken kann. Zu der Erklärung des Namens sind mehrere Behauptungen aufgestellt und begründet worden. Spielmann weist in seiner Geschichte der Stadt Weilburg nach, dass alle Orte auf "hausen, weiler, felden, kirchen, berg, bach" frän-kischen Ursprungs sind (Ahausen, Hirschhausen, Drommershausen, Kubach, Altenkirchen, Löhnberg). Kehrein deutet den Anfangsbuchstaben "A" in den älteren Schreibweisen "Ahusum". "Ahuson", "Ahusen" des Ortsnamens aus "aha" (althochdeutsch), "ahha" (mittel-hochdeutsch), "ahava" (gotisch), "aqua" (lateinisch), aus "Wasser" und "hausen". Durch Kürzung und Zusammenziehung mit anderen Wörtern wird aus "aha" "a". In einem Flurnamen des Dorfes, dem "Affengraben", finden wir dieselbe Wortbildung aus "aha" "affa" und "graben" zu Wassergraben. Demnach bedeutet Ahausen= Häuser am Wasser, wodurch die Lage des Dorfes an der Lahn eindeutig ausgedrückt ist.....................

 

 

In einer Beschreibung der Dörfer der Vogtei Weilburg um 1255 wird gesagt:

" Ahausen war eine alte Filiale Weilburgs, klein und kaum erwähnt“.

Von 1320 ab liegen die ersten Urkunden vor.

 

 

Dorf am Wasser, oberhalb der Häuser die Linde auf dem Friedhof.
Foto aus dem Buderusarchiv, vermutlich nach 1945 entstanden.

 

Teilweise übernommen aus Broschüre;  "Weilburg an der Lahn"
Barocke nassauische Residenzstadt im Grünen

Ahausen hat jetzt ca. 800 Einwohner und gehört seit der Gebietsreform zum Stadtteil Weilburg und zur Kirchengemeinde Weilburg. 1961 entstand in Ahausen ein Dorfgemeinschaftshaus, in dem jetzt ansässige Vereine kostenlos ihr Domizil haben.
Am 01. April 1997 wurde das am Ortsende rechts in Richtung Löhnberg-Selters stehende Bürgerhaus eingeweiht.
Trotz wachsender Bevölkerungszahl hat die Infrastruktur sehr gelitten, es gibt weder einen Kaufmann noch einen Metzger. Eine Speisegaststätte unterhalb des Dorfes, an der Lahn gelegen, ist vorhanden. Hier und da wird die Gaststätte „Drosselkeller“ eröffnet.
Die Bäckerei Michel im Grundbachtal versorgt die Gemeinde mit Backwaren und fährt Samstags in der Frühe Brötchen aus. Der noch bestehende Kindergarten wurde wegen Nachwuchssorgen vorübergehend geschlossen. Durch die ansässigen Vereine, Landfrauen, Gesangverein Concordia, TUS Ahausen, Freiwillige Feuerwehr, VDK, Heimatverein und der hier ansässige Schützenverein Weilburg, findet ein reges Dorfleben statt.
Besuchen kann man Ahausen über den Landweg, mit der Bahn -Bahnhof Weilburg oder Löhnberg-, zu Wasser auf der Lahn und über Rad-Wanderwege.
Sehenswürdigkeiten:
Am Ortseingang von Weilburg kommend eine historische Eisensteinaufbereitung, die vom Heimatverein restauriert wird, Artenreiche Pflanzenwelt mit zum Teil geschützten geologisch interessanten Gewächsen und in der Kulturscheune des Heimatvereines eine ungemein vielseitige Sammlung alter bäuerlicher Arbeitsgeräte und Werkzeuge von verschiedenen Berufen.